0
Warenkorb
Der Warenkorb ist leer.

Histaminintoleranz

Welche Rolle spielt Stress bei einer Histaminintoleranz?

Warum Stress die Histaminausschüttung triggert

Stress ist eine natürliche und angemessene Art, wie unser Körper auf beängstigende oder gefährliche Situationen reagiert. Ein gewisser Stress ist notwendig, damit wir den Herausforderungen des Lebens begegnen und sie bewältigen können.

Stress stellt sich immer dann ein, wenn die Psyche meint, dass Sie sich in Gefahr befinden – sei es eine emotionale oder körperliche Gefahr. Zu viel Stress, der nicht abgebaut wird, saugt und laugt Sie aus und raubt Ihnen die Kraft, sich den alltäglichen Anforderungen zu stellen. Das Resultat ist, dass Sie angespannt, reizbar und müde sind. Die langfristigen Auswirkungen von anhaltendem Stress sind eine immense Belastung für den Körper und führen zu Krankheiten.

Laut der Seuchenschutzbehörde in Atlanta entstehen 90% aller Krankheiten aufgrund von Stress. Eine Forschungsarbeit von Dr. Lipton (Stanford University) erhöht diese Anzahl nochmals auf 95%. Die restlichen 5% sind genetisch veranlagt. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien, die belegen, dass Krankheit eine Erscheinungsform von dauerhaftem Stress (1) ist.

Was passiert eigentlich im Körper bei Stress?

Bei Stress setzt der Körper das Stresshormon Cortisol frei, welches wiederum das Nervensystem zum Handeln aufruft. Das Nervensystem stimuliert daraufhin die Hypothalamus-Hypophysen-Achse und setzt den Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Dieser Modus löst eine Reihe von Abläufen im Körper aus: Der Körper schaltet auf Energiesparmodus um, was dazu führt, dass alles, was extra Energie verbraucht im Körper stillgelegt wird. Die Zellen stellen die normale Wachstums-, Heilungs- und Reparaturaktivitäten ein. Alarm bedeutet Notfall, d.h. alle Aktivitäten (Verdauung, Aufnahme von Nährstoffen, Reinigung von Giftstoffen, usw.) können jetzt warten, während Sie der Gefahrensituation entkommen müssen. Zellen im Stresszustand verweigern außerdem die Aufnahme von Nährstoffen, Sauerstoff, Mineralstoffen usw. und geben keine Abbauprodukte und Gifte ab. Alle Aktivitäten werden eingestellt bis auf die, die zum Überlegen notwendig sind. Im Kampf-oder-Flucht-Modus entsteht ein Zellenmilieu, das toxisch ist und weder Wachstum noch Reparatur zulässt.

Neurotransmitter wie Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin werden ausgeschüttet, um die Sinne zu schärfen und den Körper in Alarmzustand zu halten. Währenddessen wrid auch das Immunsystem aktiviert, welches die Mastzellen triggert. Diese wiederrum schütten körpereigenes Histamin aus. Das Histamin befindet sich nun im Körper und erfüllt dort seine Aufgabe, indem es das Immunsystem unterstützt. Es setzt sich auf die Rezeptoren der Nervenzellen und sorgt weiterhin dafür, dass der Körper in Alarmbereitschaft bleibt. Der Puls erhöht sich, die Blutgefäße weiten sich und Adrenalin wird ausgeschüttet. Stress führt somit zu noch mehr Stress und noch mehr Histamin im Körper.

Physiologischer Stress führt zu einer Histaminüberbelastung

Während der Kampf-oder-Flucht-Modus in Gefahrensituationen Ihr Leben retten kann, führt dieser Mechanismus zu richtigen Problemen, wenn er ständig oder dauerhaft ausgelöst wird. Diesen dauerhaften Stress nennt man physiologischen Stress. Anhaltender physiologischer Stress sorgt für eine ständige Histaminausschüttung und schädigt die Organsysteme, allem voran das Immunsystem, welches dann nicht mehr im Stande ist, den Körper selbst zu heilen.

Genauso wie es das Histaminfass gibt, existiert auch ein Stressfass. Solange es nicht voll ist, kann unser Körper mit Stressfaktoren leicht umgehen. Läuft das Fass über, bricht das schwächste Glied im Körper (wie z.B. Darm, Herz, Haut, Psyche) und wird krank. Auf diese Weise können Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die Histaminintoleranz, Allergien und alle sonstigen Krankheiten entstehen.

Was löst den Kampf-oder-Flucht-Modus aus?

Jüngste Forschungen haben festgestellt, dass der Kampf-oder-Flucht-Modus von unbewussten Erinnerungen ausgelöst wird. Unsere Erinnerungen werden in allen Zellen im gesamten Körper verteilt und nicht nur allein im Gehirn abgespeichert. Das bedeutet, dass alles, was Sie bewusst oder unbewusst je erlebt haben, in Ihren Zellen gespeichert ist. In der Psychologie lernt man, dass 90% unserer Erinnerungen aus unbewussten Erinnerungen besteht. Diese unbewussten Erinnerungen sorgen in bestimmten Trigger-Situationen dafür, dass das Nervensystem aktiviert wird und in den Kampf-oder-Flucht-Modus übergeht. Dies passiert ganz automatisch, ohne dass Sie es steuern können. Im Kampf-oder-Flucht-Modus übernimmt der reaktive Verstand unter Umgehung des logischen Denkens die Führung.

Doch auch situativer Stress kann lang andauernd zu physiologischem Stress führen. Situativer Stress sind z.B.:

  • Umweltstressoren
  • Leistungsdruck und Termindruck
  • Ungelöste Konflikte in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Familie
  • Traumata, Schocks
  • Doppelbelastung durch Beruf und Familie
  • Schwere Krankheit oder Tod in der Familie
  • Dauererreichbarkeit durch die Digitalisierung
  • Ungesunde, Fehl- oder Mangelernährung, Bewegungsmangel
  • Kaum oder gar keine Erholung
  • Überzogene Anspruchshaltung gegenüber sich selbst
  • Unzufriedenheit, Sorgen und Ängste, Unvergebenheit

Histaminintoleranz und Stress - Der Stress-Histamin-Kreislauf

Wir haben gerade erfahren, dass physiologischer Stress entsteht, wenn das zentrale Nervensystem aus dem Gleichgewicht gerät. Stress führt dazu, dass Histamin in den Mastzellen freigesetzt wird, der Puls sich erhöht und Adrenalin wird ausgeschüttet. Es entsteht also noch mehr Stress. Auch zu viel Histamin im Körper löst Stress aus. Ein Teufelskreis entsteht. Erlebt der Körper dauerhaft diesen Stress-Histamin-Kreislauf, können sich die Histamin-Symptome verschlechtern bzw. weitere hinzukommen. Folgende Symptome können u.a. auf einen Stress-Histamin-Kreislauf zurückgeführt werden:

Histamin und Ängste und Depressionen

Histamin und Stress kann Stimmungsschwankungen auslösen. Vor allem die H3-Histaminrezeptoren im Gehirn sind dafür verantwortlich. Im Gehirn fungiert Histamin nämlich als ein Neurotransmitter, der Stimmungsschwankungen, Ängste und depressive Gefühle auslösen kann.

Histamin und Schlaflosigkeit:

In der Vergangenheit wurde Histamin bereits mit Schlafstörungen in Verbindung gebracht: Dazu zählen zum einen Schlaflosigkeit und zum anderen auch ein extremes Schlafbedürfnis. Neueste Forschungen haben sogar herausgefunden, dass Histamin auch eine Rolle im Biorhythmus spielt. (2) Man hat weiterhin festgestellt, dass die H1-Histaminrezeptoren den Schlaf fördern, während die H3-Histaminrezeptoren Schlaflosigkeit begünstigen. (3) Wie wir alle wissen löst Schlafmangel Stress aus. Der Stress-Histamin-Kreislauf ist damit wieder voll im Gange.

Histamin und Panikattacken:

Unter extremen Stresseinfluss berichten viele Betroffene von Panikattacken. Diese Panikattacken werden vor allem darauf zurückgeführt, dass Histamin die Blutgefäße im Herz weitet. Dies führt dazu, dass der Blutdruck fällt. Das Herz beginnt schneller zu schlagen, um den Blutdruck wieder zu stabilisieren. Der niedrige Blutdruck in Kombination mit einem schnellen Puls kann zu Kurzatmigkeit, Schwindel und Herzrasen führen. Man hat das Gefühl, eine Panikattacke zu bekommen bzw. entsteht durch die erhöhte Histaminfreisetzung tatsächlich eine Panikattacke. (4)

Histamin und Störungen des Verdauungstrakts

Laut Forschungen führt akuter Stress zu einer Störung der Verdauungssysteme. Stress aktiviert die Mastzellen im Darm und sorgt für eine erhöhte Histaminausschüttung. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass das Histaminlevel im Darm um ein 6 bis 9-faches erhöht war, nachdem die Tiere Stress ausgesetzt wurden. (5) Stress kann auch die Darmflora beeinträchtigen und somit zu Verdauungsstörungen führen. Kanadische Forscher haben bewiesen, dass sich eine defekte Darmflora nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Sie bestätigten, dass der Darm wesentlich mit dem Gehirn zusammenhängt. Man spricht auch von der "Darm-Hirn-Achse". Demnach beeinflussen Darmbakterien bestimmte Funktionen im Hirn und sind somit für psychische Störungen und neurologische Erkrankungen mitverantwortlich.

Effektives Stressmanagement

Für Betroffene einer Histaminintoleranz ist deshalb ein effektives Stressmanagement unerlässlich. Sie sollten herausfinden, was die Ursachen für Stress sind und wie diese abgestellt bzw. gemindert werden können. Natürlich können Sie sich jetzt nicht in Watte packen und jeglichen Alltagsstress vermeiden. Aber mit einem effektiven Stressmanagement können Sie den Stresslevel so gering wie möglich halten. Hier sind einige Tipps, um Stress zu mindern, die mir persönlich sehr gut geholfen haben und immer noch helfen:

1. Forschen Sie nach den Ursachen für physiologischen Stress

Tun Sie Dinge, die Sie gar nicht tun wollen? Verhalten Sie sich so, wie Sie sich gar nicht verhalten wollen? Oder denken und fühlen Sie so, wie Sie sicher nicht denken oder fühlen wollen? Vielleicht haben Sie auch Angst in Situationen, in denen Sie eigentlich gar keine Angst haben müssten. Wenn dies der Fall ist, dann steckt oft eine unbewusste Erinnerung dahinter, die den reaktiven Verstand aktiviert. Es handelt sich hierbei um eine Überreaktion der Psyche, die jedes logische Denken ausschaltet. Die Psyche hat die Angewohnheit, uns vor schmerzlichen Situationen zu schützen, weil sie glaubt, dass sie große Gefahr für uns bedeuten. Bei jeder Situation, die auch nur im Entferntesten an ein zurückliegendes schmerzliches Ereignis erinnert - dabei kann dieses Ereignis aus heutiger Sicht total banal für Sie sein - sorgt die Psyche dafür, dass der Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus umschaltet. Diese Stressreaktion kann z.B. durch ein klingelndes Telefon, einen Abgabetermin, einen Chef, ein Familienmitglied oder alle möglichen anderen nicht lebensbedrohlichen Situationen ausgelöst werden. Forschen Sie also nach bewussten und unbewussten Erinnerungen, die Sie in den Kampf-oder-Flucht-Modus versetzen und somit den Stress-Histamin-Kreislauf auslösen. Aber auch negative Emotionen wie ungelöste Konflikte, Streit, Angst, Wut, Unvergebenheit, Schuld usw. sind ein Trigger für physiologischen Stress und können durch die Freisetzung von Histamin in den Mastzellen zum Stress-Histamin-Kreislauf führen. Allerdings können sie die Situation auch umkehren, also zu mehr Wohlbefinden führen. Damit das passieren kann, müssen die negativen Emotionen erkannt werden und bearbeitet werden.

2. Setzen Sie Grenzen

Grenzenlos zu leben, führt oft dazu, dass man selbst irgendwann extrem unzufrieden und total erschöpft ist. Wenn Sie immer wieder über Ihre Grenzen hinausgehen, löst dies Stress im Körper aus. Gehören Sie zu den Personen, die schlecht Nein sagen können oder sich ständig ausnutzen lassen? Ärgern Sie sich oft darüber, dass keiner Ihre Grenzen akzeptiert oder fragt, wie Sie sich eigentlich fühlen? Laden Ihre Freunde immer nur ihren eigenen Ballast bei Ihnen ab und Sie kommen gar nicht zu Wort? Oder muten Sie sich am Tag viel mehr zu als sie eigentlich bewältigen können? Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten können, dann haben Sie wahrscheinlich ein Grenzen-Problem. Nehmen Sie sich also etwas Zeit und fangen Sie an, sich Ihre eigenen Grenzen aufzuschreiben. Stellen Sie sich die Fragen: WILL ich das? Will ICH das? Will ich DAS? Wenn Sie dies getan haben, dann kommunizieren Sie Ihre Grenzen nach Außen und setzen sie sie durch. Dies wird am Anfang schwierig sein und vielleicht auch alles von Ihnen abverlangen, aber glauben Sie mir, es wird Ihnen viel besser gehen, wenn Sie klar und deutlich eigene Grenzen setzen.

3. Integrieren Sie Entspannungsübungen in Ihren Alltag

Entspannungsübungen, Meditation oder Yoga können eine gute Hilfe sein, Stress abzubauen. Ich selbst helfe mir in stressigen Situationen mit folgender Entspannungsübung (6):

  1. Als erstes definieren Sie, welche Situation Ihnen Stress macht
  2. Schätzen Sie nun auf einer Skala von 0 – 10 ein, wie stressig diese Situation für Sie ist, dabei ist 10 der höchste Wert.
  3. Nehmen Sie nun eine entspanne Position ein und legen Sie die Handflächen bequem aufeinander.
  4. Atmen Sie jetzt tief und kräftig in den Bauchraum ein und wieder aus. Wiederholen Sie diese Übung mindestens 10 Sekunden lang. Sollte Ihnen schwindlig werden, dann atmen Sie etwas langsamer.
  5. Während Sie atmen, stellen Sie sich vor, wie sich die stressige Situation auflöst, bzw. wie der Stress Ihren Körper verlässt.
  6. Nach 10 Sekunden schätzten Sie erneut Ihre stressige Situation auf der Skala von 0-10 ein. Führen Sie die Atemübung so lange durch, bis Sie Ihr Problem nur noch mit einer 2 oder 3 bewerten.

4. Nahrungsergänzungsmittel:

Magnesium: Dieses Mineral ist an der Reizüberleitung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt und trägt somit zum Ausgleich des Nervensystems bei. Außerdem sorgt Magnesium für eine normale psychische Funktion und verringert Müdigkeit und Ermüdung. Ein ausgewogener Magnesiumspiegel hilft also Stress abzubauen.

Zink: Dieses Spurenelement schützt unsere Zellen vor oxidativem Stress und stärkt das Immunsystem. Zink hemmt - wie Vitamin C - ebenfalls die Freisetzung von Histamin.

Vitamin B6, B12: Die B-Vitamine tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems sowie der Psyche bei. Darüber hinaus reguliert B6 die Hormontätigkeit und verringert Müdigkeit und Ermüdung. Einige Quellen geben an, dass Vitamin B6 zur Synthese der DAO benötigt wird und somit auch am Abbauprozess von Histamin beteiligt ist.

Ashwaghanda: Die krautige Pflanze zählt zu den Nachtschattengewächsen und aufgrund ihrer stressreduzierenden Eigenschaften zu den sogenannten Adaptogenen. Ashwagandha reduziert Stress, fördert guten Schlaf, wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Es wirkt ausgleichend auf die Hormonproduktion und verbessert Kraft sowie Ausdauer.

L-Tryptophan: Die essenzielle Aminosäure L-Tryptophan wirkt Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen entgegen. Die Aminosäure ist an der Synthese von Serotonin (Glückshormon) beteiligt. Serotonin ist für unser Wohlbefinden verantwortlich und sorgt für gute Laune. Ein Mangel an L-Tryptophan kann Schlafstörungen, Müdigkeit, Depressionen und Stimmungsschwankungen auslösen.

Quellen:

(1) Havard Studie: Krankheit ist nur eine Erscheinungsform von Stress health.harvard.edu/special_health_reports/stress_control

(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20851648

(3) https://www.nature.com/articles/srep39934

(4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16337938

(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2343625/#!po=41.6667

(6) Quelle: Instant Impact, Power Breathing von Dr. Alex Loyd

 

Kontakt

Histaminikus GmbH

Merziger Straße 20 | 66663 Merzig
Mail: mail@histaminikus.de
Telefon: 06861 / 922 93 23

Kontaktformular

Versandkostenfreie Lieferung ab 50,00 € Warenwert

 

Newsletter

Melde dich an und erhalte einen Versandkostengutschein in Höhe von 4,95 €.
Ich bin damit einverstanden, dass ich über ausgewählte Themen informiert werde. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Mehr Infos in der Datenschutzerklärung